Negative Gedanken umwandeln

Aus unserer Umwelt können wir vieles auf uns und unser Leben übertragen. So kann der Sonnenschein nach einem Sturm symbolisch für die Umwandlung von negativen Gedanken stehen

 

Die Ansicht auf Situationen

Gefühle, Personen, aber auch auf die eigene Reaktion kann von jedem unterschiedlich wahrgenommen werden. Vor allem von uns selbst. So ist es oft möglich, dass verschiedene Weltansichten zu zwischenmenschlichen Spannungen führen. Denn jeder von uns hat eine andere Wahrnehmung für positive und negative Erfahrungen. 

Viele Situationen, denen wir entgegentreten, erscheinen uns im ersten Moment schlimm. Schlimmer, als sie es wahrscheinlich sind. Viele dieser Situationen und Erlebnisse sind auch überwältigend. Doch wenn du dich im Nachhinein in die Situation hineinversetzt, die dich eine Menge Energie gekostet hat, kannst du feststellen, ob diese Situation wirklich so schlimm war wie zuvor angenommen.

Dort, wo Licht existiert, existiert auch Dunkelheit. Dort, wo Leichtigkeit vorhanden ist, ist ebenfalls die Erschwernis aufzufinden. Das eine existiert nicht ohne das andere. So gibt es immer einen Gegenpol. Das Leben fließt. An jedem Ende befindet sich ein Neuanfang sowie jeder Neuanfang ein Ende findet. Es fließt wie das Meer und seine Strömungen. Wie die Flüsse, so der Lauf des Lebens. Sich beiden Gegenpolen des Lebens stellen zu dürfen, gehört zu den Erfahrungen, die uns am meisten lehren. Es ist ein stetiger Prozess. Ein Prozess des Neuanfanges, aber auch des Endes. Immer wieder aufs Neue. Das Leben fließt und du kannst mitfließen oder dagegen anschwimmen. Aber welcher Weg ist der einfachere? Die Antwort ist scheinbar einfach. Doch für welchen Weg entscheiden wir uns zumeist im Leben?

Genauso ist es mit unseren Erfahrungen. All das, was wir aus unseren eigenen Augen betrachten, mit unseren eigenen Ohren hören, bewerten wir mit unserer Ansicht auf das Leben. Für einige sind Erlebnisse, die für den anderen als schlimm scheinen, mit Leichtigkeit zu lösen. So aber auch andersrum. 

Die positiven und negativen Erfahrungen sind Teil unserer Entwicklung

Umso wichtiger ist es, sich mit diesen auseinanderzusetzen. Die Reflexion ist ein fester Bestandteil dieser Entwicklung. Würdest du Tag für Tag über denselben Stein stolpern, der seit Jahren vor deiner Haustür liegt? Wahrscheinlich nicht. Eher würdest du diesen beiseiteschieben oder beim nächsten Mal umgehen. In ihm vielleicht auch etwas Positives wiederfinden. Zum Beispiel, dass er dich achtsamer für deine Umgebung gemacht hat. Aber wieso stolpern wir im Alltag dann stets über dieselben "Steine"? 

Wir ignorieren sie schlichtweg. Setzen uns nicht mit ihnen auseinander. Nehmen vieles hin und fahren einfach fort. Auch wenn man sich täglich über dieselben Dinge aufregt, kommt es wenigen in den Sinn zu handeln. Aber neben der Reflexion, die entscheidend wichtig ist, sollte das eigene Mindset nicht unterschätzt werden. Es kann darauf konditioniert werden, aus allem zu lernen. Stets Erfahrungen mitzunehmen, mit Situationen besser umzugehen oder die gesamte Ansicht auf Erfahrungen zu verändern.

Die Reflexion ist der Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung, den dir keiner abnehmen kann. Genauso wenig wie die anderen Bestandteile. Hinweise, Unterstützung und Tipps sind wichtig und gut. Aber letzten Endes bist du die Person, die sich mit seinen Erlebnissen beschäftigen muss. Bereits nach kurzer Zeit wirst du merken, in welche Richtung deine Gedanken intuitiv und automatisch wandern. Auf welchem Pol dein Fokus liegt. Das eine existiert nicht ohne das andere. So hole dir Folgendes in Gedanken: So süß dieses Leben schmeckt, wenn du erst weißt, wie sauer es auch schmecken kann, wirst du den süßen Geschmack des Lebens schätzen, genießen und schützen lernen. Aber auch in dem sauren Geschmack etwas finden, dass dir auf deiner Reise helfen wird.

Als Beispiel hier eine Möglichkeit, wie man die Trennung der Eltern ggf. je nach der eigenen Situation sehen kann:

Der Lauf des Lebens hat die Wege der Eltern getrennt, aber auch die eigene Bindung zu einer der Elternteile erschwert. Das Leben fühlt sich zu mächtig an. Unfair. Wie ein Berg, der so riesig und steil dasteht, als könnte man ihn nicht erklimmen. Man lebt mit Schmerz und Trauer. Vielen Emotionen und Gedanken. Aber was schenkt dir diese Erschwernis?

  • Mut - Denn in dir liegt eine Kraft die dich unaufhaltbar macht, wenn sie erst freigesetzt wird. Sie nimmt dir die Angst. Lässt dich neue Erfahrungen erleben, die dich stärken. Mut ist einer der ersten Schritte in ein ausgeglichenes Leben. Gepaart mit dem Köpfchen und der Intuition schlägst du den Weg ein, der richtig für dich ist. Es ist okay, auch einen Schritt zurückzugehen, stehen zu bleiben. Aber letzten Endes führen die Wege nur in eine Richtung. Die Frage ist, wo du dich aufhalten möchtest.
  • Selbstständigkeit - Natürlich ist es schön, sich auf Menschen verlassen zu können. Aber auf keinen ist so sehr verlass, wenn es um dich geht, wie auf dich selbst. Wenn Menschen erst einmal fehlen, kann es sein, dass du dich überfordert fühlst. Als Folge wird man selbst tätig. Anfangs fällt es schwer. Lernt mit Situationen umzugehen und macht neue Erfahrungen. Mit jeder gewonnenen und verlorenen Situation schließt sich ein kurzer Teil des Lernprozesses im Großen und Ganzen. Ein Lernprozess, der bis zum Lebensende keinen halt macht.
  • Durchhaltevermögen - Wer stets in seiner Komfortzone lebt, wird schnell durch neue Einflüsse gestresst oder genervt. Aber der Mensch, der lernt, mit Höhen und Tiefen umzugehen, entwickelt eine Ausdauer, mit der sich auch der höchste Berg erklimmen lässt. Wichtig hierbei ist es, sich durch Fehlschläge nicht niederschmettern zu lassen. Nein, statt dessen mit jedem Sturz erneut auf den Beinen zu stehen. Voranzuschreiten. Den Mut nicht zu verlieren. Denn wenn du erst stehen bleibst, wirst du im Leben nicht vorankommen. So stelle dir erneut die Frage, wohin dich das Leben führen soll. Wenn du etwas im Leben hast oder findest, wofür du vorankommen möchtest, wirst du einen inneren Antrieb entwickeln, der Berge versetzt.
  • Emotionen - Sie lehren dich mit ihnen umzugehen. Aus ihnen Energie zu schöpfen. Dafür musst du mit ihnen auseinandersetzen. Du lernst dich selbst besser kennen. Lernst, welche Emotionen stark ausgeprägt sind, welche eher weniger vorkommen. Wenn du die Kontrolle über deine Emotionen gewinnst, dich nicht durch äußere Einflüsse beeinflussen lässt, deine Handlungen nicht mehr den Emotionen unterliegen, wirst du deiner selbst bewusster. Lässt dich nicht mehr von ihnen leiten, sondern nimmst die Zügel selbst in die Hand. Denn jede Emotion, die an deiner "Tür" klopft, möchte von dir wahrgenommen und geliebt werden.

 

Verfolg dich selbst. Was ist dir am heutigen Tag passiert und wie hast du darauf reagiert? Fallen dir einige Situationen ein? Waren diese positiv oder negativ? Was schenkt dir das Leben du durch diese Erfahrungen?

Oder gibt es Situationen, die dich belasten? Eventuell schon seit Längerem?Waren es negative Erlebnisse? Wenn ja, hast du dadurch etwas gelernt?  Erweitere den Blick auf das Große und Ganze. Wende deinen alleinigen Fokus auf das Negativen ab. Denke an das Geschenk in allem.

Erweitern wir die Auflistung noch einmal. Wir gehen von der gleichen Situation aus wie zuvor. Die Angst ist eine Emotion, die uns stets durch Leben begleiten kann. Sie sollte statt als Feind lieber als ein willkommener Herausforderer empfangen werden. Denn sie ist ein Teil von dir. Ein Teil deines Unterbewusstseins, der wie die anderen Emotionen durch deine bisherigen Erlebnisse entstanden ist.

Je nach Situation kann es sein, dass sich in dir, aber auch in anderen Personen Angst ausbreitet. Sie breitete sich in uns allen aus. Aber…

  • Die fehlende Liebe durch eine einzelne Person kann die vorhandene Liebe für nahestehende Personen (Elternteil | Geschwister) ins unermessliche steigern. Sie bedingungslos werden lassen.
  • Die Abwesenheit einer Person kann dich selbst als Kind oder Elternteil zu einer Art Superheld werden lassen. Für dich bisher unvorstellbares und bisherige Grenzen verschwinden mit der Zeit.
  • Sie schenkt eine Fülle an Handlungen und Entscheidungen. Ein Verantwortungsbewusstsein sich selbst, aber auch den Nahestehenden gegenüber. 

 

Wenn du dieselbe Energie, die du einst in Ängste gesteckt hast, in deine Ziele steckst, dann kann dich keiner aufhalten. Du lernst Selbstständigkeit, das loslassen von Situationen oder Menschen, was es heißen kann, am Abgrund zu stehen, für andere da zu sein, zusammenzuhalten und bedingungslos für Mitmenschen Liebe zu empfinden.

Unsere Gefühle sollten unser Leben nicht erschweren. Sie dürfen, können und machen unser Leben noch kostbarer. Unsere Gefühle sind so stark, dass sie uns alles überstehen lassen. Setze sie richtig ein und lasse dich nicht durch Erfahrungen niederwerfen. Hol dir das, was dir zusteht. Dein Glück.

Dein Team von Rising Life Books

 

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