Selbstreflexion - Was ist das? Was bringt es mir?

Was bedeutet Selbstreflexion?

Du denkst über dich selbst nach. Dein Denken, Fühlen und Handeln. Du hinterfragst und analysierst dich, um mehr über dich herauszufinden. Es ist die Fähigkeit, sich selbst zu hinterfragen und realistisch zu betrachten. Mit der gewonnenen Selbsterkenntnis wird herausgefunden, warum du etwas tust und welche Gründe oder Emotionen dich antreiben. Eine gute Selbstwahrnehmung hat viele Vorteile. Wir verraten dir hilfreiche Tipps und und Übungen.

 

Selbstreflexion lernen. Methoden zur Selbstreflexion - Titelbild. Das Bild zeigt einen wunderschönen Abendhimmel, der einerseits durch die Sonne erhellt wird, aber durch dunklere Wolken überschattet wird. Der Himmel soll die Farben des Himmels und Lebens darstellen

Wie gut kennst du dich selbst?

Wir alle handeln so, wie wir es über die Jahre gelernt haben. Durch unsere eigenen Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben. Aber auch durch unser Umfeld. Wir haben Glaubenssätze in unserem Unterbewusstsein, die wir uns im Laufe unseres Lebens durch Erfahrungen angeeignet haben oder die uns von Mitmenschen mitgegeben wurden. Durch Selbstreflexion kann persönliches Wachstum gewonnen werden. Du lernst aus früheren Fehlern und unterstützt dich dabei, deine persönlichen und beruflichen Ziele zu erreichen.

Wie gut ist deine Selbstwahrnehmung? Durch Selbstreflexion bleibst du authentisch und verlierst dich nicht selbst in den Zwängen der Außenwelt. Wie gut kennst du dich zum Beispiel bei folgenden Fragen:

  • Deine bisherigen Grenzen, Charaktereigenschaften und Besonderheiten?
  • Wie handelst du im Allgemeinen? Gelassen und ruhig? Oder eher hektisch und gestresst?
  • Was kannst du gut? Was eher nicht?
  • Was ist dir wirklich wichtig?
  • Was fehlt dir im Leben und was tust du, um es zu bekommen?
  • Wie hast du zu Erfolgen und Misserfolgen der Vergangenheit beigetragen?

Du kannst auch unseren Beitrag "Wer bin ich" lesen, um Erkenntnisse  in deiner Selbstwahrnehmung zu gewinnen.

Wieso ist Selbstreflexion wichtig?

Umso besser du dich selbst kennst, umso besser kannst du Entscheidungen treffen und Wege wählen, die dich schneller zu deinen persönlichen Zielen führen. Du blickst dir selbst entgegen. Lernst, dass du für dein Leben verantwortlich bist. Der Fokus liegt bei dir. Du lernst nicht andere für Fehlschläge verantwortlich zu machen und wirst dir bewusst, dass deine Handlungen und Entscheidungen dein Leben gestalten.

Tipp: Hol dir Feedback von Menschen ein, denen du vertraust. Es ist wichtig, die eigene Wahrnehmung mit der Außenwahrnehmung abzugleichen. Es kann nämlich vorkommen, dass das eigene Bild von der Außenwahrnehmung abweicht. Frage nach ihrer Meinung unter Berücksichtigung, dass jeder Mensch über eine individuelle Wahrnehmung verfügt. Es kann hilfreich sein, die Meinung deiner Mitmenschen mit deiner zu vergleichen. 

 

Wie fängst du an?

Du benötigst Zeit, Ruhe und Durchhaltevermögen. Sie sind ein wesentlicher Teil deiner Reflexion. Lenke deinen Fokus auf dich selbst und nicht auf andere. Viele Menschen können sich ihre Kritik anderen gegenüber nicht verkneifen. Sie sind oft mehr mit anderen beschäftigt als mit sich selbst. In deiner Reflexion führst du dir Situationen und deine eigenen Handlungen vor Augen. Sei kritisch mit dir selbst. Aber nicht zu sehr. Denn auch dies wäre kontraproduktiv. Sei mehr offen als verschlossen.

 

Zeit

Die Reise der Selbstreflexion ist ein fortlaufender Prozess, der Monate oder Jahre dauern kann. Du enthüllst und fügst immer mehr Puzzleteile zusammen. Jeder einzelne Schritt ist wichtig - denn jeder einzelne Schritt führt dich immer mehr zu dir selbst. Wie klein dieser auch sein mag.

Baue dir eine Routine in deinen Alltag ein. Die Reflexion wird so zur festen Gewohnheiten. Vor allem am Anfang ist es wichtig, die Routine täglich auszuüben. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Es wurde festgestellt, dass der innere Widerstand gegenüber neuen Gewohnheiten nach 21 Tagen abnimmt und diese dann von uns angenommen werden. 

 

Ruhe

Um ganz bei dir und deinen Gedanken zu sein, benötigst du Ruhe. Entferne dich vom Alltagsstress, lege das Handy zur Seite und sorge für tiefe Entspannung. Mache Atemübungen vor dem Beginn, wenn es dir hilft. Nur mit voller Ruhe und Entspannung kannst du über dich selbst, das Vergangene, Handlungen, über Erlebnisse und "Fehlentscheidungen" nachdenken.

Merke dir: Jeder "Fehler" in deinem Leben ist wichtig. Es ist nicht schlimm, Fehlentscheidungen getroffen zu haben. Viel mehr solltest du aus diesen "Fehlern" neue Erkenntnisse ziehen, die dich bei zukünftigen Entscheidungen bestärken. Sie gehören zum Leben. Du solltest lernen, Fehlentscheidungen zu akzeptieren und sie nicht mit jeglichen Emotionen Jahre deines Lebens mit dir zu schleppen. Zur Selbstreflexion gehören somit weitere Themen wie z. B. loslassen und akzeptieren. In unserem Blog findest du Beiträge zu diesen und weiteren Themen.

 

Durchhaltevermögen 

Bleibe stark. Jede Veränderung, die du in dein Leben hilft und dich aus deinen Gewohnheiten zieht, kann eventuell Unwohlsein hervorrufen. Du gerietst z.B.  in eine Art Stress. Eventuell kannst du dir dieses Gefühl im ersten Moment nicht erklären. Du wirst dich vielleicht fragen, ob das, was du tust, richtig ist. Denn du veränderst nun deine Einstellung gegenüber dir selbst, deinem Umfeld und eventuell deine Ansicht auf dein Leben. Hier zeigt sich, ob du bereit bist, diesen Weg zu gehen. Jede Veränderung braucht Zeit. Ebenso Energie und Ausdauer. Bleibe standhaft. Dieser Prozess ist ebenso schön wie schwer. Mit den ersten Erfolgen und mit jedem vergangenen Tag wirst du dich mehr und mehr erfreuen, diesen Weg gegangen zu sein.

Tipps und Übungen: Es gibt verschiedene Methoden, die Selbstreflexion in dein Leben einzubinden. Hier eine Übersicht:

  • Routinen schaffen. Ob am Morgen zu Mittag oder am Abend vor dem schlafen gehen. So wie es dir zustimmt und in dein Alltag passt.
  • Meditationen bringen Ruhe und Entspannung. In dieser besonderen Atmosphäre kannst du ganz andere Erkenntnisse über dich selbst gewinnen und bewusst Themen oder Fragen mit in die Meditationen nehmen. 
  • Arbeite mit einem Notizbuch, Tagebuch, Vision Book oder einem Erfolgsjournal. Schreibe täglich Erkenntnisse und neue Erfahrungen auf. Es wird dir mit jedem Mal einfacher fallen und du selbst wirst bemerken, wie du Dinge in deinem eigenen Leben angehen kannst.
  • Alternativ gibt es zahlreiche Tracking-Apps, die dich an deine Selbstreflexion erinnern, damit diese nicht im Alltagsstress in Vergessenheit gerät

 

Beispielfragen an dich selbst

Eine gute Fragestellung an dich selbst ist wichtig, um gute und hilfreiche Ergebnisse zu erzielen. Hier findest du einige Beispiele, die dich zum Nachdenken anregen können:

  • Wofür bin ich dankbar?
  • Was stimmt mich unzufrieden?
  • Was lässt mich so denken oder fühlen?
  • Wer bin ich wirklich?
  • Welche Werte sind mir wirklich wichtig?
  • Für welche Werte möchte ich stehen?
  • Was treibt mich an / motiviert mich?
  • Was sind meine Stärken?/ Was kann ich gut?
  • Was sind meine Schwächen? Was kann ich nicht gut?
  • Worin möchte ich mich verbessern?
  • Was will ich in meinem Leben erreichen?
  • Was tue ich, damit ich meine Ziele erreiche?
  • Was habe ich bereits erreicht?
  • Was hält mich von der Erreichung meiner Ziele ab?
  • Gehe ich Zweifeln nach, weil ich mich dann sicherer fühle?
  • Wann stehe ich mir selbst im Weg?
  • Was kann ich heute tun, um meine Ziele zu erreichen?
  • Wo stehe ich im Leben, wenn ich die nächsten 5 Jahre so weiter mache? Wäre ich glücklich, wenn ich genauso weiter mache?
  • Warum verhalte ich mich in Situation X so?
  • Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, was würde ich anders machen und warum? Was habe ich durch diese Erfahrung für die Zukunft gelernt?
  • Bereichere ich das Leben anderer? Wenn ja, wie?

 

Du kannst Fragen nach Lebensbereichen sortieren und stellen. So kannst du herausfinden, was du wirklich im Leben möchtest, persönliche Beziehungen verbessern oder Zweifel zerstreuen.

Für die Selbstreflexion gibt es kein hundertprozentiges Kochbuch. Wir alle sind Unikate und höchst unterschiedlich. Ebenso die Art, wie wir fühlen und denken. So nimm den Weg, der sich für dich gut anfühlt. Vergiss aber nicht, mit dir ehrlich und ernst zu sein. Wir wachsen nur außerhalb unserer Komfortzone. Auch wenn es unangenehm werden kann. Keiner von uns ist perfekt und das Ziel hinter der Selbstreflexion ist dein persönliches Wachstum. Erlerne Dinge im Leben zuzulassen, dir gegenüber verstehend, akzeptierend und gnädig zu sein.

Wer zu hart mit sich selbst umgeht, schadet sich und wertet sein Selbstwertgefühl ab. Bleib konstruktiv denke daran, dass die Beziehung, die wir zu uns selbst pflegen, die wichtigste in unserem Leben ist. Sie bildet den Grundstein zur gesunden Selbstliebe, aber auch zum Umgang und der Liebe zu unseren Mitmenschen.

Dein Team von Rising Life Books

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